Signatur Emil Wachter - EWa

Haustüre mit Mutter, Tante Teresa und Anna

Öl auf Leinwand
39 x 37 cm, 1947

Haustüre mit Mutter, Tante Teresa und Anna Zurück
Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft und noch vor der Aufnahme seines Studiums an der Karlsruher Akademie richtet sich Emil Wachter ein Atelier in seinem Heimatdorf Neuburgweier ein. Es entstehen zahlreiche Bilder, meist kleineren Formates, die vor allem die nahe Umgebung und die dörfliche Lebensgemeinschaft zum Thema haben. Schon während des Krieges hatte Emil Wachter aus Mangel an Papier und Farbe mit auffindbaren Materialien aller Art experimentiert, die ihm häufig farbige Bildgründe lieferten. Diese Erfahrungen setzt Wachter nun auch in der Ölmalerei um. Das Gemälde "Haustüre mit Mutter, Tante Terese und Anna" erscheint in Komposition und Aufbau fest gefügt. Anekdotisch wirkt die Szene durch ineinander verschachtelte Ansichten. So nehmen Maler und Betrachter mit der Aussicht ins Freie die gleiche Position ein wie der Hund auf der Türschwelle. Dahinter ergibt sich als Bild im Bild, vom Ausschnitt der geöffneten Türe eingerahmt, der Blick in den Garten, in dessen Mittelgrund die Frauen diagonal hintereinander gestaffelt auf einer Gartenbank sitzend den Blick in die Bildtiefe führen, wo er spiegelbildlich auf die Eingangstür des gegenüberliegenden Hauses trifft. Das Bild ist in der Farbgebung mit seinen hellen Grün-und Purpurtönen auch anderen Bildern, besonders einigen Porträts verwandt, die in dieser Phase neben der Landschaftsmalerei die bevorzugten Themen sind. Auch der trockene, pastose Farbauftrag, der die farbig grundierte Leinwand in den Schattenpartien frei lässt und so die ganze Darstellung zur Einheit zusammenschließt, ist ein signifikantes Merkmal der Malerei Wachters Mitte der vierziger Jahre. Noch zeigt sich hier eine Scheu, mit den perspektivischen Mitteln zu brechen. Die Flucht in die Bildtiefe ist zwar nicht mehr kontinuierlich nachzuvollziehen, bleibt jedoch noch an Elemente gebunden, die durch ihre Position im Bild einen Tiefenraum konstruieren, wie die Türschwelle als Grenze zum Mittelgrund, die Flucht der auf der Gartenbank schräg ins Bild gesetzten Frauenfiguren und die Pfähle des Gartenzaunes dahinter, die den Blick sukzessive in die Tiefe führen. (aus: Nadya Badr, "Leben gemalt", S. 72, Swiridoff-Verlag)